Einleitung: Wie zufrieden sind die Menschen in Österreichs Städten mit ihrer Lebensqualität? Und was macht eine Stadt besonders kinderfreundlich? Der aktuelle Städtebarometer 2025 des Österreichischen Städtebundes gibt spannende Einblicke. Hier sind die drei wichtigsten Erkenntnisse für Familien und Gemeinden.
1. Hohe Lebensqualität – aber nicht für alle gleich
Die meisten Menschen in Österreichs Städten sind mit ihrer Lebensqualität zufrieden. 93% der Befragten, die finanziell gut abgesichert sind, bewerten ihre Lebensqualität als hoch. Doch es gibt große Unterschiede: Bei Menschen, deren Einkommen kaum ausreicht, sind es nur 62%. Das zeigt: Finanzielle Sicherheit und Arbeitsbedingungen spielen eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden.
2. Kinderfreundlichkeit: Infrastruktur ist entscheidend
Der Bericht betont, wie wichtig kindgerechte Infrastruktur ist. Dazu gehören:
- Sichere Spielplätze und Freiräume
- Gute Schulen und Betreuungsangebote in der Nähe
- Verkehrssicherheit für Kinder
Besonders in Städten mit guter Planung fühlen sich Familien wohl. Doch es gibt noch Luft nach oben – etwa bei bezahlbarem Wohnraum für Familien.
3. Herausforderungen: Gewaltprävention und bezahlbares Wohnen
Trotz Fortschritten gibt es zwei zentrale Baustellen:
- Schutz vor Gewalt für Kinder und Jugendliche
- Bezahlbarer Wohnraum für Familien
Gemeinden, die hier aktiv werden, können die Lebensqualität für Familien deutlich verbessern.
Grafik: Einflüsse auf die Beurteilung der Kinderfreundlichkeit (Quelle: Städtebarometer 2025, FORESIGHT Research)

Zusammenfassend lassen sich folgende zentrale Handlungsfelder ableiten:
- Verkehrssicherheit verbessern: Schaffung sicherer Schul- und Radwege, Verkehrsberuhigung im Umfeld von Bildungseinrichtungen, Förderung aktiver Mobilität.
- Ausbau flexibler und leistbarer Kinderbetreuung
- Beteiligung stärken: Institutionalisierung von Partizipationsformaten für Kinder und Jugendliche auf Gemeinde- und Stadtteilebene.
- Soziale Infrastruktur gerecht gestalten: Bewusste Berücksichtigung benachteiligter Gruppen in der Stadtplanung und Ressourcenallokation.
Ziel muss es sein, Städte so zu gestalten, dass alle Kinder – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort – gleiche Chancen auf Teilhabe, Bewegung, Bildung und Entwicklung haben. Denn kinderfreundliche Städte sind lebenswerte Städte – für alle Generationen. Der Fokus auf Kinder ist damit nicht nur Ausdruck sozialer Verantwortung, sondern auch eine Investition in gesellschaftlichen Zusammenhalt, Zukunftsfähigkeit und nachhaltige Stadtentwicklung.
Zum Nachlesen: Städtebarometer 2025: Fokusbericht „Kinderfreundliche Städte“


