Ein lebendiges Gemeindeleben, zufriedene Bürgerinnen und Bürger und ein starker sozialer Zusammenhalt – das sind Ziele, die jede Gemeinde anstrebt. Eine aktuelle Studie der Fachhochschule Vorarlberg zeigt nun eindrücklich, welch entscheidende Rolle das freiwillige Engagement und das soziale Miteinander für die Lebensqualität vor Ort spielen.
Die Studie „Freiwilliges Engagement und Sozialkapital in Vorarlberg“ (FESK) [1], durchgeführt im Auftrag der Vorarlberger Landesverwaltung, liefert wertvolle Erkenntnisse, die für die Arbeit in den Gemeinden von großer Bedeutung sind. Sie bestätigt, was viele in der Praxis bereits spüren: Ein aktives freiwilliges Engagement ist ein zentraler Schlüssel für eine hohe Lebensqualität.
Vorarlberg ist Land des Engagements – mit noch mehr Potenzial
Die Ergebnisse der Studie sind beeindruckend: Mit 36 % liegt die Quote des formellen freiwilligen Engagements in Vorarlberg deutlich über dem österreichweiten Durchschnitt. Die Engagierten sind dabei in durchschnittlich drei verschiedenen Bereichen aktiv, allen voran in Sport und Bewegung sowie im sozialen Bereich und im Gesundheitswesen. Sie leisten im Schnitt sechs Stunden pro Woche wertvolle Arbeit für die Gemeinschaft.
Besonders erfreulich ist das große Potenzial für die Zukunft: Fast die Hälfte der noch nicht engagierten Personen zeigt Interesse an einer freiwilligen Tätigkeit. Das ist eine große Chance für die Gemeinden, neue Freiwillige zu gewinnen und das soziale Netz noch enger zu knüpfen.
| Kennzahl | Ergebnis der FESK-Studie |
| Engagementquote (formell) | 36 % (Österreich-Schnitt: 25,8 %) |
| Durchschnittlicher Zeitaufwand | ca. 6 Stunden pro Woche |
| Potenzial bei Nicht-Engagierten | 49,3 % zeigen Interesse |
Engagement, Sozialkapital und Lebensqualität: Ein starkes Trio
Die Studie belegt einen klaren Zusammenhang: Menschen, die sich freiwillig engagieren und über ein starkes soziales Netz verfügen, sind glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben. Sie fühlen sich stärker mit ihrer Heimat verbunden und bewerten ihre Gesundheit besser.
Die Ausübung eines freiwilligen Engagements als auch verschiedene Dimensionen von Sozialkapital interagieren im positiven Sinne mit verschiedenen Komponenten der Lebensqualität.
FESK Studie
Dieses Ergebnis unterstreicht die Bedeutung der Förderung von freiwilligem Engagement als integralen Bestandteil einer nachhaltigen Gemeindeentwicklung. Es geht nicht nur um die Erbringung von Leistungen, sondern um die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Schaffung eines positiven Lebensumfelds für alle Generationen.
Was können Gemeinden tun?
Die FESK-Studie liefert wertvolle Ansatzpunkte für die kommunale Praxis. Hier einige Anregungen:
- Anerkennung und Wertschätzung: Zeigen Sie den Freiwilligen in Ihrer Gemeinde, wie wichtig ihre Arbeit ist. Eine Kultur der Anerkennung motiviert und stärkt das Engagement.
- Information und Zugang: Schaffen Sie niederschwellige Informationsangebote und erleichtern Sie den Zugang zu freiwilligen Tätigkeiten. Die Studie zeigt, dass das soziale Umfeld der wichtigste Informationskanal ist.
- Potenziale nutzen: Sprechen Sie gezielt Personengruppen an, die bisher unterrepräsentiert sind. Die Studie zeigt beispielsweise ein großes Interesse bei Menschen mit Migrationshintergrund, die jedoch oft noch Hürden beim Zugang haben.
- Rahmenbedingungen gestalten: Unterstützen Sie Vereine und Organisationen in ihrer Arbeit. Gute Rahmenbedingungen sind entscheidend für ein funktionierendes freiwilliges Engagement.
Als „familieplus“-Gemeinde haben Sie bereits ein starkes Fundament gelegt, um die Familienfreundlichkeit und damit die Lebensqualität zu steigern. Die Ergebnisse der FESK-Studie können Ihnen dabei helfen, Ihre Maßnahmen noch gezielter auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort auszurichten und das Miteinander in Ihrer Gemeinde weiter zu stärken.
Quelle:
[1] Reiner, J. & Rebitzer, F. A. (2025). Freiwilliges Engagement und Sozialkapital in Vorarlberg. Ergebnisbericht einer Studie der Forschungsgruppe Empirische Sozialwissenschaften. Fachhochschule Vorarlberg. Download als PDF (1MB)


